Depressive Episode – Formen von depressiven Phasen

Gerade jetzt in diesen Zeiten sind wir gefährdet, unter einer depressiven Episode zu leiden. Angst vor einer Erkrankung, Unsicherheit im Job, soziale Isolation – es gibt viele Gründe, warum Menschen derzeit von einer depressiven Phase betroffen sein können.

Hinzu kommt das fehlende Tageslicht im Winter. Daraus kann ein Mangel an Vitamin D entstehen, welches wichtig für die Bildung des Glückshormons Serotonin ist. Kommt es zum Serotoninmangel, steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Depression. Eine Herbst- bzw. Winterdepression ist daher ebenfalls eine Form einer depressiven Episode.

Dauer einer depressiven Episode

Laut dem ICD-10 (International Classification of Diseases) leiden Betroffene unter einer depressiven Episode, wenn die Beschwerden mindestens zwei Wochen lang anhalten. Eine depressive Episode kann aber auch Jahre andauern oder wie bei saisonal bedingten Depressionen immer wiederkehren.

Symptome einer depressiven Episode

Für die Diagnose der psychischen Erkrankung spielen Haupt- und Zusatzsymptome eine Rolle.

Die vier Hauptsymptome sind:

  • depressive, gedrückte Stimmung
  • Interessenverlust
  • Verminderung des Antriebs mit erhöhter Ermüdbarkeit (oft auch nach kleinen Anstrengungen) und Aktivitätseinschränkung
  • Freudlosigkeit

Die sieben Zusatzsymptome sind:

  • verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit
  • vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
  • Schuldgefühle und Gefühle von Wertlosigkeit
  • negative und pessimistische Zukunftsperspektiven
  • Suizidgedanken, erfolgte Selbstverletzung oder Suizidhandlungen
  • Schlafstörungen
  • verminderter Appetit

Schweregrade von depressiven Episoden

Es gibt drei unterschiedliche Schweregrade depressiver Phasen, die vom ICD-10 festgelegt sind:

  • Leichte depressive Episode: Betroffene leiden an den Hauptsymptomen und zwei Zusatzsymptomen.
  • Mittelgradige depressive Episode: Neben den Hauptsymptomen sind bei Erkrankten drei bis vier Zusatzsymptome zu beobachten.
  • Schwere depressive Episode: Betroffene leiden zusätzlich zu den Hauptsymptomen unter mindestens vier Zusatzsymptomen.

Depressive Episode – was kann ich tun?

Folgende Tipps können helfen, aus dem temporären Stimmungstief herauszukommen:

Treiben Sie Sport.
Bewegung hebt den Serotoninspiegel. Sport ist daher ideal, um depressive Schübe zu lindern.

Spaziergang und Tageslichtlampe
Von März bis Oktober reichen 15 bis 30 Minuten an der frischen Luft, um den Körper mit ausreichend Vitamin D zu versorgen. In der kalten Jahreszeit können Sie mit einer Tageslichtlampe oder einem Vitamin-D-Präparat nachhelfen.

Johanniskraut als pflanzliches Antidepressivum
Johanniskraut gilt als eines der besten natürlichen Stimmungsaufheller. Bei einer Dosis von 900 mg pro Tag kann es gegen Depressionen helfen. Aber Vorsicht: Johanniskraut weist zahlreiche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auf und setzt die Wirkung der Antibabypille herab. Wer Medikamente einnimmt und eine depressive Phase mit Johanniskraut behandeln möchte, sollte daher auf jeden Fall zuvor mit seinem Arzt sprechen. Neben Johanniskraut können bei depressiven Episoden auch Heilpflanzen wie Melisse, Ginseng und Lavendel helfen, das Stimmungstief zu überwinden.

Therapie
Wenn die depressive Phase länger andauert oder immer wiederkehrt, sollte ein Therapeut zurate gezogen werden.

Antidepressiva
Wenn alle Maßnahmen keine Wirkung erzielen oder Betroffene unter einer schweren depressiven Phase leiden, kann die Einnahme eines Antidepressivums in Betracht gezogen werden. Der Hausarzt hilft, bei der Wahl des richtigen Medikaments bei depressiven Episoden.

Ihr Dr. Peter Schmidke

 

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