Probearbeitstag für die Stelle als Küchenleiter in einer neu eröffneten Kita

Ernährung und Gesundheit

Wir bei der GBB haben wirklich einen tollen Job. Nicht nur, dass wir mit unserer täglichen Arbeit vielen Arbeitsuchenden mit Kompetenz und Herz zu einem neuen Job verhelfen können.

Wir lernen auch so viele kluge, liebe, interessante, aufregende und tolle Menschen kennen, die ihrerseits UNS inspirieren und anspornen, jeden einzelnen Tag das Beste zu geben. Einer von ihnen ist Herr Schwarzlose, der an unserem Lichtenberger Standort eine Weiterbildung durchführt.

In diesem Artikel berichtet er von sich und seinem Probearbeitstag in einer neu eröffneten Berliner Kita.

Ernährung und Gesundheit

Kurz etwas zu meiner Person. Mein Name ist Christian Schwarzlose, mittlerweile 38 Jahre alt, habe einen 9-jährigen Sohn und bin gelernter Koch. In den letzten 20 Jahren habe ich schon etwas von der gastronomischen Welt gesehen. Angefangen mit meiner Ausbildung in Berlin, über Neueröffnung einer französischen Brasserie, europaweitem Catering, Souschef in 5*Hotels in London, Miami, Qatar und dann als Küchenchef wieder in Berlin.

Dann habe ich als Küchenleiter bei einer Neueröffnung eines Inklusionshotels mit Restaurant und Veranstaltungen gearbeitet. Danach ergab sich die Möglichkeit, mit meiner Frau gemeinsam die gastronomische Leitung auf einem Gutshof in Brandenburg mit eigenen Rindern, Schweinen und Hühnern zu übernehmen. Aufgrund der Corona-Pandemie ging es wieder zurück nach Berlin, wo ich mich entschloss, die Zeit zu nutzen, um eine Weiterbildung zum Ernährungs- und Gesundheitsberater zu machen.

Während dieser Weiterbildung ergab sich die Chance, als Küchenleiter in einer neu eröffneten Kita probezuarbeiten, um den ganz Kleinen schon einen leckeren und gesunden Ernährungsweg zu zeigen. Hier beschreibe ich, wie ich mich auf den Probearbeitstag vorbereitet habe und wie dieser abgelaufen ist. Trotz jahrelanger Erfahrung als Küchenleiter ist es immer wieder aufregend, wenn man zum Probearbeiten eingeladen wird.

Der Weg zum Probearbeitstag

Nach mehreren Vorstellungsgesprächen, zuerst klassisch per Telefon, dann per Video-Telefonie und daraufhin nochmal durch persönliches Kennenlernen, kam die Einladung zu einem Probekochen. Es war ein Mittwoch. Aufgrund der Begehung durch die Küche im Bewerbungsgespräch wusste ich ungefähr, was mich erwartet. Die Küche hat noch kein richtig professionelles Equipment, da es ja auch noch keinen Küchenleiter gibt.

Die Vorgaben waren klar definiert: Am Dienstag kochen für 10 erwachsene Personen mit einem Budget von 20 Euro, gegessen wird um 12:40 Uhr. Es sollte ein vegetarischer Hauptgang sein und, wenn noch etwas Geld übrig ist, gerne auch ein kleiner Salat vorneweg. Essig, Öl und Gewürze durften außen vorgelassen werden, da diese vorhanden sind.

Okay, dann überlegen wir mal: ein Hauptgang, der gesund ist, sättigt, aber auch nicht so schwer im Magen liegt, und eventuell noch ein Salat dazu. Und das für 20 Euro. Gut, dass es Werbung gibt, um Angebote zu vergleichen. Ich bin ehrlich, ich musste viel hin- und herrechnen, um die passenden Lebensmittel zu finden, die für den Hauptgang, aber auch für den Salat, passen. Am Ende war es ein Linsen-Kartoffelcurry mit roter Spitzpaprika, Blumenkohl, Kirschtomaten, Kokosmilch und Koriander. Klingt erstmal super, wenn man dann aber die genaue Zutatenliste aufschreibt und, um es lecker zu kochen, erweitert, ist das Budget schnell erreicht.

Probelauf und Einkauf

Also habe ich am Wochenende einen Probelauf zu Hause gemacht. Vorsorglich habe ich auch noch einen Kopfsalat, eine Gurke und Radieschen für den kleinen Salat einkalkuliert. Die Abpackungen im Supermarkt sind nicht unbedingt für 2 Personen, aber auch nicht für 10 Personen ausgelegt. Die 20 Euro haben vorne und hinten nicht gereicht. Also wieder rechnen. Zu Hause wurden dann erstmal Rezepte ausgearbeitet und geschrieben. Daraufhin eine Kalkulationstabelle erstellt, mit allen Zutaten, die benötigt werden und diese auf 10 Personen bzw. 1 Person heruntergerechnet. In der Theorie sah das alles nicht so schwer aus und es war möglich mit 20 Euro. Das Kochen lief super zu Hause, alles wurde abgewogen und dokumentiert, man weiß, wo alles steht und jeder Handgriff sitzt. Manche Zutaten wurden gekürzt, damit etwas mehr vom Budget übrigbleibt. Am Ende konnte ich noch ein kleines Dessert zaubern, da glücklicherweise Bananen und Kiwis im Angebot waren. Also habe ich auch dafür ein Rezept geschrieben und auch hierfür eine Kalkulation erstellt. Um nichts zu vergessen, schrieb ich noch eine Einkaufsliste mit den berücksichtigten Preisen.

Am Montag, dem Tag vor dem Probekochen, wurde eingekauft. Aufgrund sehr drastischer Preisänderungen zur Vorwoche und nicht Verfügbarkeit einiger Produkte, wie zum Beispiel Blumenkohl, war auch das ein Erlebnis. Am Ende habe ich aber alles bekommen und mit 19,23 € lag ich im Budget. Jetzt hieß es, die Sachen zu packen. Was wird benötigt? Um es kurz zu fassen, ich habe fast alles mitgenommen, vom Schneidebrett, Kelle, Sieb bis hin zu Schüsseln, Teigschaber, einer Pfanne und zwei Töpfen. Natürlich auch meine Kochuniform und die Messertasche, aber das ist ja normal.

Das Probekochen

Überpünktlich kam ich mit dem Einkauf und dem halben Kücheninventar an. Ich wurde sehr freundlich empfangen und zur Küche begleitet. Nachdem ich mich umgezogen hatte, machte ich mir erstmal ein Bild von der Küche. Gott sei Dank hatte ich so viel mitgenommen. Natürlich, die großen Geräte wie Konvektomat und Vario Cooking Center waren vorhanden, aber für 10 Personen etwas übertrieben, dachte ich. Also richtete ich meinen Arbeitsplatz ein und fing mit meinen Vorbereitungen an. Soweit, so gut. Ich lag gut in der Zeit, aber gekocht werden musste ja auch noch. Zur Verfügung stand noch eine Herdplatte, wo zwei Töpfe raufpassten, die wiederum war zu klein für 10 Personen. Also entschied ich mich doch für das Cooking Center. Ich war der erste, der damit gearbeitet hat, alle Zubehörteile waren noch originalverpackt. Aufregend, hoffentlich ist alles richtig angeschlossen. Zwischendurch kamen immer mal ein paar Erzieher und ein paar Kinder vorbei, um was zu trinken oder sich etwas zum Knabbern zu holen. Gegen 11:00 Uhr kam der jetzige Caterer für das Mittagessen. Von diesem Zeitpunkt an war reges Treiben in der Küche, Geschirr und Besteck musste geholt und wieder gespült werden. Die Kinder guckten ganz neugierig und stellten mir viele Fragen. Auf einmal war es 12:00 Uhr, somit wurde die Zeit dann doch etwas knapper. Also fing ich dann doch mal an, für den Hauptgang zu kochen. Meine Liste für Salat und Dessert war ja relativ überschaubar und machbar.

Leider gab es zu diesem Zeitpunkt nicht mehr ausreichend Geschirr, womit sich das Vorbereiten und Anrichten für Salat und Dessert schwierig gestaltet hat. Als die ersten Verkoster kamen, wurden noch Schüsseln gespült, aber ich konnte dann wenigstens den Salat darin anrichten. Das Dessert kam in kleine Tassen und der Hauptgang wurde in tiefen Tellern serviert. Punkt 12:40 Uhr stand das Essen auf dem Tisch. Jetzt war großes Aufräumen und Reinigen angesagt. Mein Inventar wollte ich ja sauber wieder mitnehmen.

Im Anschluss gab es dann ein ausführliches Feedbackgespräch und die Vorstellung sowie Erklärung der Kalkulationen und Rezepte.
Mein Fazit ist, dass man auf alles Mögliche vorbereitet sein sollte, aber man nicht alles planen kann. Daher sollte man immer flexibel agieren können.

Vielen Dank, lieber Herr Schwarzlose, für diese ausführliche Schilderung, und alles Gute auf Ihrem weiteren beruflichen und persönlichen Weg!

Und für alle, die es interessiert und die vielleicht mal lecker und preiswert kochen möchten, dürfen wir hier noch die Rezepte veröffentlichen.

 

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