Wenn Mama nicht mehr kann …

Unter Tränen stammelte ich: »Ich kann nicht mehr, ich brauche Hilfe«. Ich fand keine Ruhe, zappelte unablässig. Schmerzender Rücken, der Körper unter Strom und zugleich zerschlagen wie nach tagelangem Hochleistungssport. Ich war so erschöpft – ich hätte nur noch schlafen mögen. Ich war so unruhig – und konnte kein Auge zumachen.

Und es ging weiter bergab. Immer weiter. Verzweifeln? Vielleicht. Ausweg: keiner. Ich fühlte mich verloren, (…) am Leben vorbeigezerrt und ausgebrannt! Ausgebrannt, genau so, ausgebrannt… BURN-OUT! Nichts ging mehr, nichts geht mehr!
Aus dem Buch »Wenn Mama nicht mehr kann« von Elké Richter-Diehl.

Burn-out ist eine Krankheit

Burn-out ist nicht bloß ein stressgeplagter Erschöpfungszustand, sondern eine eigenständige Krankheit. Zwar tritt ein generelles Grundmuster bei dieser Krankheit auf, aber so weitreichend sich das kollektive Spektrum der Symptome zeigt, so komplex sind auch die individuellen Auslöser und Auswirkungen. Sei es auf einen selbst oder die Mitmenschen, ob von uns abhängig oder nur aus der Umgebung. Pauschale Lösungen, um aus dem Burn-out herauszukommen, kann es daher nicht geben. Jeder Mensch muss eigenständig in seinem Lebensumfeld betrachtet werden.

»Elias-Müdigkeit«

Das Phänomen des »Ausbrennens« oder Burn-outs ist keine neumodische Erfindung, es gibt einfach endlich einen Namen für dieses Syndrom. Bereits im Alten Testament ist es nachzulesen im 1. Buch der Könige. Demnach litt der ausgelaugte Prophet Elias unter den Folgen seines Wunderwirkens. Die Erschöpfung und deren Symptome werden hier sehr genau beschrieben: Er flüchtet in die Wildnis und verfällt in Verzweiflung, in tiefen Schlaf »und bat, dass seine Seele stürbe«. Der Begriff »Elias-Müdigkeit« ist darauf zurückzuführen. Dies zeigt, dass das Burn-out-Syndrom die Menschheit seit Jahrtausenden begleitet.

Hilfe suchen – Hilfe annehmen

Hilfe zu suchen ist einfacher als Hilfe anzunehmen. Das Annehmen dieser Hilfe ist aber elementar, denn es lastet dann nicht mehr alles auf den eigenen Schultern. Damit wird auch der Kontakt zur Außenwelt bewahrt und die sozialen Bande können gepflegt werden.

Sich ernst und wichtig nehmen

Eine Erschöpfung ist immer ernst zu nehmen. Dabei kommt es nicht darauf an, dass man sich an anderen Personen/Müttern misst. Es ist nicht wichtig, wie viele Kinder Sie haben, wie viel Arbeit Sie verrichten müssen, sondern die Tatsache, dass einfach alles zu viel wird.

Sich Zeit nehmen

Einfach nur mal dasitzen und nichts tun. Zuerst mal fünf, dann zehn Minuten, und langsam steigernd üben. Haushalt etc. einfach mal sein lassen und sich mit sich selbst verabreden. Was kann denn wichtiger sein, als die eigene kurze »Auszeitinsel«?

Tipp für Angehörige

Nehmen Sie unbedingt die Symptome und Sorgen einer Betroffenen ernst. Eine Erschöpfung, ein Burn-out ist genauso wichtig anzusehen wie eine organische Erkrankung. Bieten Sie Ihre Hilfe an, werfen Sie sozusagen den Ball zu und warten Sie ab, bis dieser wieder zurückgeworfen wird. Sollte es zu lange dauern, ergreifen Sie die Initiative, drängen Sie aber nicht.

 

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