Auf zu neuen Horizonten

Was bedeutet es für uns Menschen, einen echten Sinn im Leben zu haben? Diese Frage ist sehr wichtig und entscheidend für ein zufriedenes Leben.

Den Sinn unseres Lebens zu kennen ist das, was uns jeden Morgen aufstehen lässt. Die meisten Menschen – schätzungsweise sind es zwischen 80 bis 90 Prozent – üben eine Arbeit aus, die nicht mit ihren inneren (oft verborgenen) Wünschen übereinstimmt. Das heißt, sie gehen keinem Job nach, den sie mit Herz und Leidenschaft ausüben oder der mit ihren Kerninteressen verbunden ist.

Wenn man darüber nachdenkt, wie viel Zeit die meisten Menschen mit der Arbeit verbringen, dann ist das alles andere als ein erfülltes Leben. Die meisten Leute stehen jeden Morgen zwischen sechs und sieben Uhr auf, frühstücken eine Kleinigkeit, während sie bereits die ersten Nachrichten auf ihren Smartphones checken, pendeln zur Arbeit und verbringen acht oder neun Stunden im Büro, auf der Baustelle, im Werk … Dann pendeln sie zurück nach Hause, checken wieder die Nachrichten auf ihren Smartphones. Und wenn sie abends müde nach Hause kommen, haben sie gerade noch etwas Zeit für ein kleines Abendessen mit der Familie, sehen fern und gehen ins Bett.

Die meiste Zeit ihres Lebens verbringen Menschen auf der Arbeit, von Montag bis Freitag. Aufgrund der ständigen Erreichbarkeit durch die Smartphones mischt sich auch an den Wochenenden immer mehr Arbeit unter die Freizeit. Deswegen können die meisten Menschen kaum noch abschalten und sind unzufrieden mit ihrem Job – wenn sie nicht etwas tun, das sie wirklich erfüllt.

Es geht darum, die Dinge und Wünsche herauszufinden, die man in seinem Leben unbedingt schaffen und erfüllen möchte. Am Ende des Lebens sollte man zurückblicken und sagen können: Ich habe meine inneren Wünsche verwirklicht und das ist mein persönlicher Erfolg, nach meiner ganz eigenen Definition. Es geht nicht darum, die Erwartungen anderer Menschen zu erfüllen, wie wir zu leben haben. Nicht um die Erwartungen unserer Eltern, Freunde oder unserer Vorgesetzten, sondern darum, was wir selbst in unserem Leben tun wollen, um das eigene Leben zu unserem persönlichen Erfolg zu machen.

Welche Dinge, welche inneren Wünsche sind es denn nun, die das eigene Herz zum Singen bringen? Dies gilt es herauszufinden.

Zum Beispiel:

  • Liebevolle Beziehungen: Es ist für mich sehr entscheidend im Leben, eine liebevolle Beziehung zu Menschen zu pflegen, die mir etwas bedeuten. Das heißt, ihnen Zeit und Energie zu widmen und wirklich für sie da zu sein. Wenn man abends Zeit mit seinen Kindern verbringt oder Freunde zum Essen einlädt, kann man zwar physisch anwesend, aber nicht wirklich präsent sein – man denkt an die Arbeit oder an etwas anderes. Doch es geht darum, wirklich präsent zu sein in diesen wunderbaren Momenten mit anderen Menschen, und zwar auf allen Ebenen.
  • Die Welt bereisen: Ich glaube, ich bin auch hier, um die Welt zu bereisen. Es ist mir sehr wichtig, immer wieder neue, fantastische Plätze auf unserer Erde zu entdecken und Menschen aus anderen Kulturen kennenzulernen. Das kann natürlich auch bedeuten, etwas anderes dafür aufzugeben.
  • Selbsterkenntnis und Authentizität: Für jeden Menschen ist es sehr wichtig, sich wirklich selbst zu erkennen und sich darüber klar zu werden, was wirklich zählt. Das heißt, sich seiner Gedanken bewusst zu werden und sich zu hinterfragen: Warum denke ich eigentlich so? Warum handle ich so? Woher kommt diese besondere Überzeugung oder Einstellung? Es ist eine große Herausforderung, sich diese Fragen zu stellen: Tue ich das aus eigener Überzeugung oder deswegen, weil jemand anderes mich davon überzeugt hat? Es ist so einfach, Verhaltensweisen von anderen Menschen zu imitieren. Viele haben wir auch als Kind von unseren Eltern übernommen. Man muss sich diese Dinge bewusstmachen und erkennen, um schließlich wirklich authentisch und man selbst sein zu können. Das ist eine sehr befreiende Erfahrung, den Kern dessen, was man ist, zu erkennen.
  • Andere Menschen inspirieren: Ich möchte so viele Menschen wie möglich durch meine Arbeit dazu inspirieren, ihre eigenen Wünsche zu erkennen und diese in ihrem Leben zu verwirklichen.

In Wahrheit kennt jeder Mensch tief in sich selbst schon die Antworten auf die Frage nach seinen veritablen Wünschen, doch sie befinden sich meist noch im Unterbewusstsein. Das Problem ist, dass diese Antworten im Laufe der Zeit immer mehr verdrängt werden. Während wir aufwachsen, geben uns andere Leute oder kulturelle Normen vor, wie wir zu leben haben, was wir tun und was wir nicht tun sollen.

Das Ziel des eigenen Reflexionsprozesses sollte es sein, diese Informationen, die jeder bereits in sich trägt, ins Bewusstsein zu bringen. Es ist ein sehr heikler Prozess, denn unser Gehirn steuert zuerst dagegen. Es verfolgt das Hauptziel, das eigene Überleben zu sichern und deswegen sagt es uns, wir sollen heute die gleichen Dinge tun, die wir gestern getan haben. Und weil wir noch auf der Welt sind, scheint das ja gut zu funktionieren. Sicher mag das in grauer Vorzeit mal eine gute Überlebensstrategie gewesen sein, doch heute schränkt uns das ein. Wenn wir unser Leben anders gestalten wollen, dann brauchen wir Veränderungen und können nicht immer nur die gleichen Dinge tun.

Auf zu neuen Horizonten

Was häufig fehlt, ist ein zeitlicher Freiraum, um nachzudenken. Deswegen sollte man sich ganz bewusst und regelmäßig etwas Zeit für sich selbst nehmen. Die Natur bietet eine hervorragende Gelegenheit, zur Ruhe zu kommen. Gehen Sie eine knappe Stunde alleine im Wald spazieren, laufen Sie um einen See oder suchen Sie sich eine andere schöne Gegend, in der sich nicht so viele Menschen aufhalten. Natürlich sollte man dabei sein Smartphone ausschalten, keine E-Mails checken und sich auch nicht ständig ablenken lassen. Und dann laufen Sie einfach eine knappe Stunde – mit der Absicht im Kopf, ihre inneren Wünsche zu finden. Es mag eine Woche dauern, bis die ersten Hinweise aus dem Unterbewusstsein auftauchen.

Diese Hinweise können unterschiedlichster Art sein; vielleicht eine bestimmte Farbe oder eine schöne Erinnerung aus der Kindheit, an die man lange nicht mehr gedacht hat.

Der erste Schritt ist, sich darüber klar zu werden, was man wirklich möchte. Ansonsten ist es so, als würde man nachts in der Mitte eines dunklen Ozeans auf einer Rettungsinsel treiben, ohne ein Ziel, das man ansteuern könnte. Wenn die Sonne aufgeht und man eine Insel sieht, dann hat man die Motivation, mit dem Paddeln zu starten und darauf zuzusteuern. Die bewusst gewordenen Wünsche schaffen diese Inseln in unserem Leben. Und dann fängt man an, Energie, Zeit und Anstrengung hineinzustecken, um diese zu erreichen. Ansonsten fehlt die Motivation. Warum sollte man sich anstrengen, wenn man nicht weiß, wofür? Deswegen ist der erste entscheidende Schritt, ein Ziel zu finden, das man ansteuern kann.

Der zweite Schritt, den ich empfehle, ist, nicht zu fragen: „Wie komme ich dorthin?“, sondern: „Wer ist bereits dort?“, „Wer hat dieses Ziel bereits erreicht?“ oder „Wer lebt das Leben bereits, das ich leben möchte?“, und sich dann von der Energie dieser Vorbilder anstecken zu lassen. Denn diese haben ihre Ziele bereits erreicht, sie waren erfolgreich, sie haben ihre Wünsche bereits verwirklicht bzw. befinden sich im Prozess der Realisierung dieser. Je mehr man über diese Menschen lernen kann, desto mehr macht sich das Gehirn mit dieser potenziellen Realität vertraut. Was, wenn Sie z. B. sechs Monate mit Ihren Kindern durch Afrika reisen möchten? Wunderbar! Gehen Sie ins Internet, finden Sie heraus, wer das schon gemacht hat und lassen Sie sich von diesem Vorbild inspirieren!

Aber was ist, wenn ich scheitere? Die Angst zu scheitern resultiert daraus, dass in unserer Wahrnehmung die Beispiele von Menschen, die gescheitert sind, sichtbarer sind als die Erfolgsgeschichten. Wenn es mein Traum ist, ein Café zu eröffnen, dann muss ich nach Leuten suchen, die das bereits erfolgreich gemacht haben und mich an diesen orientieren. Ich muss herausfinden, was diese Leute konkret getan haben, um ihr Ziel zu erreichen.

Wenn man genügend Zeit und Energie in die Erfolgsgeschichten steckt, dann wird auch die Angst vor dem Scheitern nachlassen. Am besten wäre es, pro Woche einige Stunden als Praktikant in einem erfolgreichen Café zu arbeiten, sodass man aus erster Hand sehen kann, was es so erfolgreich macht. Auf diese Weise wird man nach einem halben Jahr sehr viel darüber wissen, wie man ein erfolgreiches Café führt. Gleichzeitig werden die größten Ängste vor dem Scheitern verschwinden. Aber die meisten Leute tun das nicht. Sie halten an den Negativ-Beispielen fest, die sie kennen und beschäftigen sich nicht damit, wie sie trotzdem erfolgreich sein können.

Wichtig ist auch der richtige Umgang mit Niederlagen, die jeder Mensch einstecken muss. Man darf nicht aufgeben und nicht den Mut verlieren. Wenn man die Einstellung hat, jeden Kampf gewinnen zu müssen, dann wird man schnell enttäuscht. Aber hier ist eine wichtige Empfehlung: Wenn jemand „nein“ zu Ihnen sagt, dann sagen Sie nicht, es wird nicht funktionieren. Was derjenige wirklich meint ist: „Ich weiß nicht, wie ich das zum Erfolg führen kann“. Das bedeutet, ich muss zum nächsten Ansprechpartner gehen, bis ich jemanden finde, der „ja“ sagt.

Zurück zum Café-Beispiel. Wenn man Familienmitglieder fragt: „Was haltet ihr davon, wenn ich ein Café eröffne?“, dann lautet die Antwort vielleicht: „Das ist eine schreckliche Idee“. Aber wenn man diese Frage jemandem stellt, der selbst seit 30 Jahren erfolgreich ein Café betreibt, dann wird sein Feedback völlig anders ausfallen. Durch das Internet kann jeder sehr schnell an die richtigen Informationen kommen und mit den richtigen Personen in Kontakt treten. Heute gibt es für jedes Thema einen leichten Zugang zu einer Vielzahl von hilfreichen Artikeln und Videos, die einem helfen, seine Vision zu realisieren.

Na dann, auf zu neuen Horizonten!

Ihr Dr. Peter Schmidke

 

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