Unsere Teilnehmer besuchen eine Berliner Brauerei

Zutaten für Bier

Wie wär's mit einem Schluck ...? Ehe wir zur Beantwortung dieser Frage kommen, erst mal zum Rundgang.

An einem Tag im Juni, der sich von seiner guten Seite zeigt, machen sich 15 Teilnehmer einer Weiterbildung bei der GBB mbH in Berlin-Lichtenberg auf, um sich eine Brauerei von innen anzuschauen. Holger Schönhardt ist einer von ihnen und hat die Erlebnisse von diesem Exkursionstag für uns aufgeschrieben.

Es geht darum, mehr darüber zu erfahren, was Bier bedeutet, wie Bier hergestellt wird und wie aufwändig es ist, Bier zu brauen, ehe es in einem Glas landet und getrunken werden kann.

In den Genuss der Exkursion kommen wir durch eine gemeinsame Abstimmung aller Teilnehmer bei der GBB und die Einführung eines Exkursionstages am Standort Lichtenberg.

Kindl-Schultheiss-Brauerei

Einführung und Rundgang

Um 10:00 Uhr geht es los. Von Frau Rudloff werden wir am Firmeneingang abgeholt und ins Sudhaus geführt. Im Vorfeld erhalten wir jeder einen Kopfhörer mit Empfänger, um ihren Ausführungen folgen zu können. Dass das angebracht ist, wird uns sofort bewusst, als wir in die heiligen Hallen des Brauens eintauchen. Ein ohrenbetäubender Lärm empfängt uns. Im Sudhaus selbst reduziert sich der Lärm auf die Geräusche in den Kesseln. Wir bekommen zunächst eine Einführung in die Geschichte der BERLINER-KINDL-SCHULTHEISS BRAUEREI, in die Entwicklung Berlins als Brauereistandort, die Herstellung des Bieres und den Produktionsablauf am Standort.

Eingebettet in die Einführung wird ein Film, der einerseits das vorher Dargelegte vertieft, uns andererseits aber auch klarmacht, wer hier Bier braut, welches das beste Bier in Berlin ist und welche Sorten Bier von der Brauerei vertrieben werden. Ein hochprofessioneller Produkt- und Werbefilm der Brauerei. Ingesamt ist die Einführung auf hohem Niveau, wie bei einer Brauerei dieser Größenordnung nicht anders zu erwarten. Was sich auch bei der Präsentation des Produktionsablaufs widerspiegelt.

Frau Rudloff führt mit Augenzwickern und Humor durch die Präsentation, welche sie mit einem Grafiktablett steuert. Sie nimmt uns mit auf eine Reise von den Rohstoffen bis hin zum fertigen Bier. Oft stellt sie uns Fragen, seit wann das Reinheitsgebot gilt, was im Bier sein darf und was nicht, wie viele Zacken ein Kronkorken hat, was Rotkäppchen und der Wolf mit der Produktion zu tun haben, wer das Bier an sich entdeckt hat und, und, und.
Wir kommen oft ins Schwitzen angesichts der vielen Fragen, die wir beantworten sollen. Einige wissen dann doch recht gut Bescheid oder liegen zumindest nahe an der Wahrheit.

Es ist eine tolle Einführung, die mit einem Rundgang auf der Galerie des Sudhauses ihren Abschluss findet. Jeder kann mal in die Sudkessel schauen, fühlen, wie heiß oder wie leer sie sind. Man kann auch, soweit Interesse besteht, an einer Galerie von Schautafeln vorbeigehen, die den Produktionsablauf veranschaulichen. Einige von uns lassen sich dazu hinreißen, von dem Getreide zu kosten, was auf dem Tisch steht neben anderen Zutaten, die zur Herstellung des Bieres dienen und dort präsentiert werden.

Auf dem Gelände der Brauerei

Nach einer kurzen Belehrung geht es dann auf das Gelände der Brauerei. Entlang eines markierten Weges dürfen wir Frau Rudloff folgen.

An einem altem Klinkerhaus, wo früher der Brauereibesitzer samt seiner Familie wohnte, vorbei am alten Verwaltungsgebäude, an der Hopfenecke, an den vielen Silos, wo das Bier gelagert wurde und an den Produktionshäusern, wo das Bier an sich gebraut wurde, geht es vorbei bis hin zum eigentlichen Ort der Abfüllung. Immer mit Kommentaren, Hinweisen und Geschichten gespickt von Frau Rudloff. Eine große Halle mit zwei Produktionsstrecken und einer riesigen Leerguthalle ist bereit, von uns erobert zu werden. Leider darf man nicht fotografieren, daher hier meine verbalen Eindrücke.

Wir erhalten von einer Galerie aus einen Einblick, wie die Produktion abläuft:
Von der Flaschenauspackmaschine, der Reinigungsmaschine, der Flaschenausrichtmaschine, der Füllmaschine, der Verschlussmaschine, der Etikettiermaschine, der Inspektionsmaschine bis hin zum Flascheneinpacker. Wie Frau Rudloff bei der Einführung erwähnt, auch jetzt noch mit Menschen, die Hand anlegen müssen. Wurden früher durch Menschen 8 Stunden lang die Flaschen am Ende kontrolliert, greifen sie jetzt nur noch bei der Sortierung der Flaschen ein, da vieles, zu vieles, am Ende unsortiert ankommt. Wir sehen Menschen, die bei der Reinigungsmaschine dafür sorgen, dass alle Flaschen ordnungsgemäß ihren Weg in die Maschine finden, andere wieder, um Etiketten vorzubereiten oder Kisten mit Pappträgern zu versehen. Und das alles in einer schwülen, lauten Umgebung, eingerahmt von zwei großen Displays rechts und links der Halle, an denen man ablesen kann, wie es um die Produktion steht. Ingesamt ist alles sehr aufschlussreich und interessant: Wie die einzelnen Produktionsschritte ineinander greifen, wie perfekt die Maschinen aufeinander abgestimmt sind und wie der Mensch sich in den Prozess einfügt und entsprechend funktioniert.


 

Nach diesem intensiven Erlebnis werden wir wieder Richtung Ausgang begleitet.
Auf Nachfrage erhalten wir einen Hinweis, welche Hygieneregeln auf dem Gelände herrschen. Diese kann man auch auf einer Tafel nachlesen, die für alle Mitarbeiter gut sichtbar ist. Das bedeutet auch, dass wir bestimmte Gebäude des Geländes nicht betreten dürfen. Auf die Frage nach Umweltstandards und deren Umsetzung wird auf die Webseite der Brauerei verwiesen.

Ein kühles Blondes zum Abschluss?

Der Rundgang endet in der brauereieigenen Kneipe. Wo man, insofern vorher abgestimmt und bestellt, ein Gläschen des köstlichen kühlen Biers trinken kann. Nur ist uns das noch zu früh am Tage. So viel zu der Frage am Anfang! Wir geben unsere Ausrüstung wieder ab und trennen uns in alle Himmelsrichtungen der Stadt.

Uns allen hat es viel Spaß gemacht! Eine unterhaltsame Art, etwas zu lernen und Neues zu entdecken. Wir sind alle der Meinung, solch ein Projekttag sollte wiederholt werden.

Vielen Dank, Herr Schönhardt, für Ihre interessante Schilderung und viel Spaß und Erfolg weiterhin!

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12.06.2012 | Rubrik: Artikel, GBB-Aktuell, Seminare | 0 Kommentare

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