So gelingt Integration - ein Beispiel aus der GBB in Berlin-Wedding

»Energie« ist ein Wort, das mir spontan in den Sinn kommt, als ich Z. kennenlerne. Ein klarer, offener Blick, kein Zögern in den Bewegungen, sondern ruhige Sicherheit - ich bin ausgesprochen neugierig, welche Pläne diese junge Frau für ihr Leben hat.

Sie erzählt ohne Dramatik, ohne Wut oder Trauer, einfach nur sachlich, dass sie aus Syrien nach Deutschland gekommen ist. Längere Zeit hat sie dort Flüchtlingen geholfen, die aus Aleppo in ihre Heimatstadt kamen. Davon erzählt sie als etwas Selbstverständlichem. Fast habe ich das Gefühl, selbst viel schlimmere Bilder im Kopf zu haben als sie, die das alles erlebt hat. Sie erzählt ganz ruhig von all dem Elend und auch dem Grauen, das ihr begegnet ist. Ihre dunklen Augen sehen voller Neugier und auch Wärme in diese Welt und - das klingt vielleicht seltsam - sie ist einfach schön. Es ist schön, sie anzusehen und einen Moment lang stelle ich mir vor, wie sie als alte Frau aussehen wird mit einem immer noch schönen, gütigen Gesicht voller Falten und mit weißen Haaren.

Z. hatte in Syrien angefangen zu studieren. Als der Krieg auch ihre Stadt erreichte, machte ihre Familie sich auf den Weg nach Deutschland.

Inzwischen ist Z. drei Jahre in Deutschland, hat in der deutschen Sprache das Niveau C1 erreicht, ist also auf einem fortgeschrittenen Niveau. Nach C1 kommt noch C2, was eine nahezu muttersprachliche Beherrschung der Sprache bedeutet. Um in der kurzen Zeit so gut die deutsche Sprache zu erlernen, hat Z. viele Möglichkeiten genutzt: Am Anfang stand ein Deutschkurs, dann hat sie selbstständig geübt, hat viel gelesen, sich Filme in deutscher Sprache angesehen, Nachrichten gehört und, wo immer es ging, Deutsch gesprochen.

Sie arbeitet ehrenamtlich und unterstützt Flüchtlinge bei ihren ersten Schritten. Und sie arbeitet in einem Minijob und unterstützt Familien bei der Betreuung der Kinder.

Im Februar 2019 wird sie anfangen, mit einem ganz normalen Arbeitsvertrag an vier Tagen in der Woche zu arbeiten. Sie wird Familien mit verhaltensauffälligen Kindern unterstützen und an zwei Tagen eine Fachschule besuchen und sich auf den Abschluss zur staatlich anerkannten Erzieherin vorbereiten. Bis sie mit der berufsbegleitenden Ausbildung anfängt, wird sie sich bei uns noch einige Computergrundlagen aneignen. Wenn ich jemandem zutraue, diesen anspruchsvollen Weg erfolgreich bis zum Ziel zu gehen, dann Z.

Zum Ende unseres Gesprächs sage ich ihr, wie groß mein Respekt vor ihrer bisherigen Leistung ist. Und ich sage ihr: »Herzlich willkommen! Ich freue mich, dass Sie hier sind!« Ich sage das aus tiefster Überzeugung, denn Z. ist für mich ein Beispiel, wie Integration tatsächlich gelingen kann, wenn alle Beteiligten sich ernsthaft darum bemühen.

Ich hoffe sehr auf viele weitere ähnliche Beispiele in der nächsten Zeit. Wir als Bildungseinrichtung leisten sehr gern einen Beitrag dazu, Integration gelingen zu lassen. Menschen aus den unterschiedlichsten Herkunftsgebieten sind an all unseren Standorten herzlich willkommen.

PS: Aufgrund unseres besonderen Lernsystems sind für eine berufliche Weiterbildung bei der GBB in der Regel Deutschkenntnisse auf dem Niveau B1 bis B2 erforderlich.

Die Erfahrungen unserer Schulleiterin Frau Babing aus dem Wedding decken sich mit denen der anderen Standorte. Wer wirklich lernen will, ist bei uns immer herzlich willkommen! Wenn Sie also eine berufliche Weiterbildung suchen und eventuell gleichzeitig noch Ihr Deutsch verbessern wollen, melden Sie sich einfach an einem unserer Standorte. Wir freuen uns auf Sie!

07.12.2018 | Rubrik: Bemerkungen, GBB-Aktuell | 0 Kommentare

Kommentare & Anmerkungen

zum Beitrag: »So gelingt Integration - ein Beispiel aus der GBB in Berlin-Wedding«

Schreiben Sie uns ...

Copyright © 1990-2018, GBB - Gesellschaft für berufliche Bildung mbH | Kontakt, Impressum, Datenschutz
einfach Bildung & Beratung - Design & Konzept: agentur einfachpersönlich