Angst vorm Versagen im Arbeitsleben

Versagensangst im Job ist keine Schwäche, sondern eine Reaktion auf übermäßigen Druck, hohe Erwartungen und innere Glaubenssätze. Diese Angst entwickelt sich oft im Laufe eines Lebens.
Sie kann außerdem durch verschiedene Erfahrungen und Erwartungen verstärkt werden. Arbeitsphobie, auch Ergophobie genannt, ist eine übermäßige Angst vor dem Arbeitsplatz, die Panik auslösen und zu Vermeidungsverhalten führen kann.
Die eigene Versagensangst kann sich dabei ganz unterschiedlich bemerkbar machen. Die typischen Anzeichen von Versagensangst können klassische Angstsymptome sein: Herzrasen, Zittern, Unwohlsein, Nervosität, eine schnellere Atmung, Schlaflosigkeit, …
Doch niemand muss in dieser Angst gefangenbleiben!
Ein Fehler bei der Arbeit, Überforderung, Deadlines, die Stimmung unter Kollegen oder Druck vom Vorgesetzten. Das alles kann Ängste und allgemeine negative Gedanken am Arbeitsplatz hervorrufen. Insbesondere bei Menschen, die einen hohen Anspruch an sich selbst haben oder ständig Angst haben, andere zu enttäuschen, können Ängste im Job auftreten. Die Angst vorm Versagen ist dann allgegenwärtig und beeinflusst die Stimmung enorm, sodass es im schlimmsten Fall zu Krankschreibungen oder Burnout kommen kann. Wichtig ist zunächst, diese Angst vorm Versagen ernst zu nehmen und nicht herunterzuspielen. Verdrängt man Ängste am Arbeitsplatz und versucht keine Lösung für das Problem zu finden, verschlimmert sich der Zustand und wirkt sich auf das Wohlbefinden und die eigene Leistung aus. Deshalb ist es umso wichtiger, offen mit Ängsten umzugehen.
Selbst gegen Ängste am Arbeitsplatz vorgehen
- Die Ängste respektieren. Auch, wenn man sich für seine Ängste schämt, weil man denkt, andere würden diese belächeln, ist es im ersten Schritt wichtig zu respektieren, dass es sie gibt. Ängste zu entwickeln ist auch am Arbeitsplatz etwas Allgegenwärtiges und wir sind damit nicht alleine. Außerdem kostet es doppelt so viel Energie, die Angst zu unterdrücken und sich und anderen vorzuspielen, dass alles gut sei.
- Offen kommunizieren. Im nächsten Schritt kann es dann helfen, mit Freunden darüber zu sprechen und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Es kann vor allem helfen mit Menschen zu sprechen, die nicht in Ihrem Unternehmen arbeiten und so eine neutralere Sicht auf die Dinge mitbringen. Außerdem können Sie sich bei Ihren Freunden sicher sein, dass diese Sie verstehen, ernst nehmen und Ihnen dabei helfen, dass es Ihnen besser geht.
- Lösungen schaffen. Dafür ist es zunächst wichtig herauszufinden, wodurch zum Beispiel die Angst vorm Versagen ausgelöst wird. Machen Sie sich generell immer viele Gedanken und sind selten zufrieden mit Ihren Leistungen? Oder gab es auf der Arbeit durch einen Kollegen oder eine Situation einen Auslöser, dass Sie Angst zu versagen bekommen haben? Je nachdem, wo der Ursprung liegt, kann man unterschiedlich gegen Ängste vorgehen. Im Allgemeinen schafft eine offene Unternehmenskultur den Raum, um Ängste oder andere Probleme im Arbeitsalltag anzusprechen und gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten.
Achtsamkeitstechniken wie Atemübungen, Yoga oder progressive Muskelentspannung helfen dabei, Stressreaktionen frühzeitig wahrzunehmen und zu regulieren. Wer regelmäßig Sport treibt, ausreichend schläft und sich ausgewogen ernährt, stärkt zudem seine psychische Widerstandskraft.
Wenn die Gespräche mit Freunden und Kollegen oder die Achtsamkeitsübungen nicht langfristig weiterzuhelfen scheinen, kann man jederzeit auch externe Hilfe annehmen.
Viel Erfolg!
Ihr Dr. Peter Schmidke
13.01.2026, Rubrik: Artikel, GBB-Aktuell, Kommentar schreiben,












