Rollstuhltraining ist Bestandteil der Weiterbildung bei der GBB

Bei der Arbeit in der Pflege und der Betreuung ist es häufig notwendig, jemanden im Rollstuhl zu bewegen. Meist ist es nicht damit getan, den Rollstuhl samt Insassen einfach geradeaus zu schieben.

Auf der Straße können etwas höhere Bordsteinkanten zum Hindernis werden. Manchmal müssen öffentliche Verkehrsmittel genutzt werden oder es sind Treppen zu bewältigen. In solchen Situationen ist es wichtig, die Sicherheit für den Rollstuhlfahrer zu gewährleisten. Genauso wichtig ist es aber auch für den Helfer, auf sich selbst zu achten,

um möglichst kraftsparend und rückenschonend mit dem Rollstuhl und seinem Nutzer umzugehen. Die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten werden im Rollstuhltraining vermittelt.

Im Januar war es wieder einmal so weit.

Pünktlich um 9 Uhr begann das Rollstuhltraining beim DRK. Die erste Überraschung für unsere Teilnehmer war, dass im Seminarraum keine normalen Stühle standen, sondern jeder in einem Rollstuhl seinen Platz fand. Dreizehn Teilnehmer von allen Standorten der GBB saßen dann gespannt auf ihren Rollstühlen.

Herr Bischoff vom DRK erläuterte die Planung für den Tag:

  1. Vorstellen der unterschiedlichen Rollstuhlmodelle
  2. praktische Übungen mit dem Rollstuhl (Treppen überwinden, Bordsteinüberwindung)
  3. das Führen von Blinden

Die Rollstuhlmodelle

Mit dem ersten Punkt ging es dann auch gleich los. Neu war unter anderem für viele, dass es Rollstühle mit einer Aufstehfunktion und/oder einer Liftfunktion gibt, die es dem Nutzer ermöglichen können, seinen Beruf an der Werkbank oder im Operationssaal wieder auszuüben, Gespräche auf Augenhöhe zu führen oder im Supermarkt ohne Hilfe einzukaufen. Ein solches Spezialmodell kann bis zu 30.000 Euro kosten.

Auch die Vielzahl von Rollstuhlvarianten war den meisten Teilnehmern nicht bekannt. So gibt es neben den schon genannten Sondermodellen auch spezielle Pflege- und Multifunktionsrollstühle, Rollstühle für den Innenbereich, Elektrorollstühle, spezielle Rollstühle für Sportler usw.

Wir erhielten ebenfalls Informationen zu möglichen Finanzierungen von Rollstühlen durch die Kranken- oder Rentenversicherungen.

Praktische Übungen

Dann folgte der praktische Teil, auf den die Teilnehmer besonders gespannt waren.

Zunächst wurde erklärt, was beim Überwinden von Bordsteinkanten und Treppen zu beachten ist. Dann ging es auch gleich an die praktische Umsetzung.

Eine besondere Erfahrung war es für die meisten Teilnehmer, selbst einmal als Rollstuhlfahrer auf Hilfe angewiesen zu sein.

Wie wichtig es ist, als Helfer selbst große Sicherheit im Umgang mit dem Rollstuhl zu haben und dieses auf den Nutzer des Rollstuhls auch auszustrahlen, wurde jedem klar, der im Rollstuhl saß und den anfangs mehr bzw. eher weniger geschickten Versuchen seiner Mitstreiter ausgesetzt war.

Nachdem ausgiebig geübt worden war, wobei jeder Teilnehmer sowohl die Position des Helfers als auch die des Rollstuhlnutzers eingenommen hatte, war klar, dass für den wirklich sicheren Umgang mit dem Rollstuhl noch etwas Übung erforderlich sein würde, aber eine gute Grundlage war gelegt.

Sehbehinderte und Blinde im Rollstuhl

Nach dem praktischen Rollstuhltraining war wieder ein wenig Theorie dran: Was ist beim Begleiten und Führen von Sehbehinderten und Blinden zu beachten, wie mache ich das?
Auch hier folgten auf die Theorie wieder praktische Übungen. Dabei wurde auch viel gelacht - das gehört zum Lernen dazu.

Ein interessanter und lehrreicher Tag ging schließlich zu Ende.

Nicht nur die neuen Kenntnisse, sondern auch so manche lustige Situationen werden den Teilnehmern sicher noch lange in Erinnerung bleiben.

07.02.2018 | Rubrik: Artikel, GBB-Aktuell | 0 Kommentare

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