Ernährungsberatung zum Anfassen - Lernen mit allen Sinnen

Exkursionen und Projektarbeiten sind feste Bestandteile unserer beruflichen Weiterbildung bei FlexiBil. Sie erleichtern den Wissenserwerb und helfen dabei, Erlerntes zu festigen und anzuwenden. Außerdem macht das Spaß und bringt einen wichtigen Bezug zur Praxis.

Ein Teilnehmer berichtet hier von einem Projekttag an unserem Lichtenberger Standort:

Teilnehmer der Themen Ernährungsberatung, Altenpflege und Hauswirtschaft waren zu ihrem letzten Projekttag im Botanischen Garten in der Abteilung Arzneipflanzen. Um einen guten Einstieg zu bekommen, will ich hier etwas weiter ausholen.

Beginnend bei der Geschichte von Arznei- bzw. Heilpflanzen beschrieb der Grieche Dioskurides im 1. Jahrhundert zahlreiche Heilpflanzen und deren Anwendung. Der Zusammenhang zwischen Nahrung und Arznei wurde insbesondere in der orientalischen Heilkunst schon früh erkannt. Dementsprechend finden sich zahlreiche Hinweise darüber in den Medizinbüchern des Orients, etwa bei Ibn Sina (Avicenna) um 1000  n.  Chr.
Während des Mittelalters erfolgten der Anbau, die Beschreibung und Anwendung von Heilpflanzen vor allem durch Klostermönche.

Arzneipflanzen im Botanischen Garten

Andererseits sind die pharmazeutische Industrie und die Pharmakologie zu der Erkenntnis gelangt, dass die Vielfalt der sekundären Pflanzenstoffe ein enormes Reservoir für neue, hochpotente Medikamente darstellt. Gerade die kaum erforschte und katalogisierte Flora der tropischen Urwälder und die in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) sowie der indischen Medizin Ayurveda verwendeten Pflanzen bergen in dieser Hinsicht ein sehr großes Potenzial. Während das Sammeln von Heilkräutern in früheren Zeiten Grundbestandteil einer Subsistenzwirtschaft war, wird weltweit bis heute insbesondere in wirtschaftlich schlechter Lage auf die Verwendung von Heilpflanzen als Arzneimittel zurückgegriffen.

Arzneipflanzen im Botanischen Garten

Auch die Bewegung des biologischen Landbaus hat Heilkräuter wieder populär gemacht. Heilpflanzen für den pharmazeutischen Bedarf in Apotheken werden unter möglichst kontrollierten Bedingungen angebaut. Sie werden aber auch wild wachsend gesammelt oder im Hausgarten angepflanzt, um als Hausmittel vorbeugend oder bei Krankheiten zur Verfügung zu stehen. Die gebräuchlichste Verwendungsform von Heilpflanzen ist wohl der Heiltee.

Doch zurück zu unserem Ausflug an einem schönen spätsommerlichen Tag.
Nachdem wir über den Hauptweg an verschiedenen Obst- und Gemüsesorten vorbei uns auch an den Pflanzen laben konnten, betraten wir das weite Feld der Arznei- und Heilpflanzen. Durch die einfache Gliederung der Felder konnten sich alle Teilnehmer schwerpunktmäßig einzelne interessante Pflanzen, deren Anwendungsgebiete und Wirkung, erarbeiten, erschmecken und erfühlen.
Viele in der Pflanzenwelt vorkommenden Arten haben nicht nur ein Anwendungsfeld, sondern sind vielfältig einsetzbar. Ein Beispiel ist banal und faszinierend zugleich: der Holunder. Die Anwendungsbereiche sind so vielseitig, dass nur einige wenige hier genannt werden. Zu diesen gehören: Abwehrschwäche, Akne, Arteriosklerose, Asthma, Atemwegserkrankungen, Bindehautentzündungen, Blasenentzündung, Bronchitis, Diabetes, Furunkel, Gelenkentzündung, Gicht, Hautentzündungen, Herpes, Heuschnupfen, Kniegelenkentzündung, Knochenschwäche, Leberschwäche, Magen-Darmentzündung, Migräne, Nebenhöhlenentzündung, Nierenschwäche, Osteoporose, Rheuma, Schlafstörung und Zahnschmerzen.

Der Abschluss der Exkursion bestand darin, dass wir uns noch an frischen Feigen und Trauben gütlich tun durften und durch die nordamerikanische Flora dem Ausgang entgegen schlenderten.

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02.10.2013 | Rubrik: Bemerkungen, GBB-Aktuell | 0 Kommentare

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