Praktikanten aus dem ICONE-Projekt mit guten Ergebnissen von Kreta zurück

Sie sind losgezogen, um die Lebensbereiche der griechischen Inselwelt zu entdecken. Berufspezifische Besonderheiten wollten Sie kennen lernen.

Und zeigen, dass sie interkulturelles Verständnis haben.

Oft lagen da auch Steine im Weg. Sich an das andere Ticken der Uhren und neue Anforderungen zu gewöhnen, die Folgen der Wirtschaftskrise selbst zu spüren oder auch der Umgang mit den fremdsprachlichen Kretern und Praktikumsgebern waren schwierige Situationen, die sie selbstständig meistern mussten.

So vielseitig wie die Persönlichkeiten der Praktikanten war auch die Art und Weise, solche und andere Steine aus dem Weg zu räumen. Der eine biss sich durch, der andere gab auf. Wieder andere nahmen es gelassen. Trotz der unterschiedlichen Bewältigung der Aufgaben sind alle um viele Erfahrungen reicher wieder in Berlin gelandet.

Das erlebten die Berliner Praktikanten auf Kreta:

  • So ist unserer ehrgeizigen ehemaligen Jurastudentin ein gutes Fachwissen, Fleiß und Engagement bestätigt worden. Dennoch hatte sie mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Es fehlten ihr wichtige Ansprechpartner in dieser Zeit. Obwohl die Anzahl deutschsprachiger Mandanten in der Rechtsanwaltskanzlei recht hoch war, hatte sie mit ihren griechischen Grundkenntnissen in der Kommunikation einige Probleme. Die Anwendung ihrer hervorragenden Englischkenntnisse vor Ort führen sie jedoch nun überzeugend in Richtung Dolmetscher.
  • Unser ehemaliger Lehramtsstudent konnte seine Umorientierung und Berufung zu asiatischen Entspannungs- und Heilmethoden in der Yogaakademie festigen. Mit einem weiteren nationalen Praktikum in Berlin will er sich gut auf die Ausbildung in diesem Bereich vorbereiten.
  • Unser lange Zeit arbeitsloser Zimmermann konnte auf Kreta an der Seite eines bayrischen Zimmermannsgesellen viele handwerkliche Fähigkeiten wieder neu erlernen und ist so besser auf die Berufspraxis vorbereitet. Ihm wurden sein Lernwillen und seine Leidenschaft für diesen Beruf unter anderem dadurch bestätigt, dass er bei guter Auftragslage einen Arbeitsplatz auf Kreta erhalten wird. Dies kann voraussichtlich schon in den nächsten Monaten sein.
  • Ein ähnliches Angebot erhielt auch unser junger Maler. Hier konnten wir mit Freude beobachten, dass seine Liebe zum Detail ihn bei außergewöhnlichen typisch kretischen Malerarbeiten zu guten Leistungen motivierte. Hätte auch er sonst ein Arbeitsangebot von seinem Praktikumsgeber und Bürgermeister eines kleinen Ortes auf Kreta erhalten? Er wird jedoch erst einmal die Vielfältigkeit seiner Fähigkeiten in der Westernstadt »Eldorado« in Templin in fester Anstellung erproben. Der Termin für das Vorstellungsgespräch steht. Geplant ist dann, nach der Saison im Herbst wieder auf Kreta zu landen.
  • Unser Student des Wirtschaftsingenieurwesens hatte sich schon weit vor dem Praktikum für eine neue berufliche Richtung entschieden. Für den sozialen Bereich schlägt sein Herz. Eine berufsbegleitende Ausbildung als Erzieher ist sein großes Ziel. Das Praktikum in einer griechischen Behindertenwerkstatt wurde zur großen Herausforderung für ihn. Deutsch war out, in waren Englisch und Griechisch. Auf die Anwendung englischer Sprachkenntnisse war er durch die zusätzlichen Englischstunden im Projekt gut vorbereitet. Die Kommunikation mit den betreuten jungen Menschen geschah dennoch mehr mit Gesten als mit Sprache. Besonders konkret musste er auch die Auswirkungen der Krise in Griechenland gerade im sozialen Bereich spüren. Weitere Erfahrungen will er nun noch einmal bis zum Beginn der Ausbildung in einem nationalen Praktikum sammeln. Dabei werden die bisherigen Praktikumserlebnisse sicher eine Bereicherung auch für die künftige Einrichtung sein.
  • Unser Diplom-Kommunikationswirt und ausgebildeter Mediengestalter konnte sein Praktikum bei Radio Kreta für die Erarbeitung einer ausgezeichneten Referenz nutzen. Das sehr umfangreiche und in hoher Qualität erarbeitete Konzept ist Grundlage für die Schaffung eines Images der Region Lassithi und einer Kommunikationskampagne zur Verbesserung des Tourismus in der Destination. Diese Maßnahme könnte von der Europäischen Union gefördert werden und liegt bereits verschiedenen Entscheidern zur Sichtung vor. Die berufliche Perspektive des Kommunikationswirtes liegt nun u. a. in der Umsetzung dieses Projektes. Ein sehr aussichtsreiches Ergebnis. Auch Radio Kreta, dem Praktikumsgeber, konnte für die konkrete Mitgestaltung an der Entwicklung der Präfektur Lassithi ein anwendungsbereites Material in die Hand gegeben werden.

So wird deutlich, dass durch dieses internationale Praktikum auch ein Geben und Nehmen, das gegenseitige Bewirken von Fähigkeiten, Erfahrungen und gemeinsamen Zielen auf interkultureller Ebene möglich ist.

Auch wenn es zwei Praktikanten durch Kündigung der Praktikumsverträge nicht gelungen ist, hier beständig eigene berufliche Erfahrungen zu sammeln, sind auch sie durch die Projektteilnahme für die berufliche Zukunft besser vorbereitet. So konnte eine Praktikantin bereits einen Arbeitsvertrag für eine Tätigkeit im Verkauf unterzeichnen und hat Gespräche über die künftige Mitwirkung in einer sich im Aufbau befindlichen Filmproduktionsfirma geführt. Der zweite Praktikant ist in der Entscheidungsphase, noch einmal ein Studium aufzunehmen oder eine Ausbildung als Kaufmann im Einzelhandel als beruflichen Neueinstieg zu nutzen.

Die guten Ergebnisse wären nicht möglich gewesen ohne die Mitwirkung unserer engagierten Praktikumsgeber auf Kreta. Ihnen gilt auch im Namen der Praktikanten an dieser Stelle unser ganz besonderer Dank!

Und vielen Dank von uns an unsere Projektleiterin und Trainerin Barbara Heinze für den Artikel und ihr Engagement für ICONE!

14.03.2011 | Rubrik: Bemerkungen, GBB-Aktuell, Seminare | 0 Kommentare

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